Piano AS – Alexander Schink

Klavier- und Cembalobauer Hamburg

Zeit für einen Tag Wellness für Ihren Flügel

mit einem Kommentar

Ein Tag Wellness und Kosmetik tut Körper und Geist gut, und das gilt nicht nur für Sie oder Ihren herzallerliebsten Partner. Die Zuwendung durch erfahrende Hände, die Ihre Muskeln durch Massagen entspannen und Blockaden lösen, der Hairstylist, der nach eingehender Analyse Ihre Haare fachgerecht behandelt und frisiert, dazu Maniküre und Pediküre, Ganzkörperpeeling und zum Abschluss ein Saunabesuch tragen nachhaltig zu Ihrer Gesundheit und Ihrer guten Stimmung bei.

Bei einem Instrument ist das nicht anders, allerdings ist die Änderung des Raumklimas durch einen finnischen Aufguss eher nicht anzuraten. Als Wellness-Experte für Ihren Flügel schlage ich geeignetere Maßnahmen vor.

Ich beginne mit einer Reinigung der akustische Anlage, also des Resonanzbodens und der Saiten. Nach der Prüfung der Saiten werde ich sie wieder ordnungsgemäß auf Gleichlauf am Druckstab und den Agraffen einstellen und am Steg anlegen. Diese Behandlung ist die Basis dafür, Ihren Flügel wieder schön in Schwingung zu versetzen.

Der nächste Schritt ist die Überprüfung der Klaviatur und der Mechanik. Eventuell tuche ich die Klaviatur oder auch den Rahmen neu aus, danach werde ich Rahmen und Tasten erst einmal gründlich reinigen und neu einstellen. Nun erhalten die einzelnen Teile des Spielwerks meine besondere Aufmerksamkeit: Zum Beispiel werden müde Hammerköpfe wieder fit  gemacht, indem ich sie abziehe und in Form schleife.

Sofern ich keine Teile erneuern oder reparieren muss, beginne ich dann mit dem Regulieren der Mechanik. Dies ist sensible Feinarbeit mit dem Ziel, wieder ein optimales Spielgefühl zu erlangen. Das gleiche gilt natürlich für die Dämpfung und die Pedalanlage, die ich auf Gleichlauf und Funktionalität hin einreguliere.

Nun erreichen wir den Höhepunkt der Instrumenten-Kur:
Die Intonation.
Der Flügel ist nun gut vorbereitet und reif für die Klangbildung. Nach dem Setzen des Flügels auf Tonhöhe kann er nun richtig in Stimmung kommen. Dazu wird Hammerkopf für Hammerkopf, Saite für Saite einzeln abgehört und klanglich aufeinander eingestellt, bis er ein harmonisches Klangbild erreicht.

Am Ende dieser Behandlung erwartet Sie ein frisches, kraftvolles und durchweg gut gestimmtes Tasteninstrument, das Sie mit Lust und Freude spielen werden, und dessen neuer Klang Sie nachhaltig begleiten wird. Und für dieses Ergebnis müssen Sie Ihren Flügel natürlich nicht erst in einen Wellness-Tempel schieben. Ich komme gerne zu Ihnen ins Haus.
.

Geschrieben von Shamani

17. Oktober 2010 um 17:27

Shura Cherkassky

Hinterlasse einen Kommentar »

Bei diesem Konzert habe ich nicht gestimmt, aber es ist ein sehr schöner Mitschnitt von einem Konzert dieses fantastischen Virtuosen…

Geschrieben von Shamani

14. März 2009 um 19:47

Veröffentlicht in Pianisten

Getaggt mit , , , , ,

Manchmal will auch der Pianist wohl gestimmt werden

Hinterlasse einen Kommentar »

Manchmal sind es die leisen Töne, die wichtig sind...

Manchmal sind es die leisen Töne, die wichtig sind...

Vor einigen Jahren, in einem großen Konzerthaus im Westen unserer Republik. Der Konzertflügel auf dem Podium war geprüft, nachgearbeitet und gestimmt. Es war ein schöner D-Flügel mit einer farbenreichen homogenen Klangwelt. Ich mochte ihn.
Kurz nach 18 Uhr begab ich mich auf den Weg zur Künstlergarderobe, um mit dem Pianisten die letzten Feinheiten zu besprechen. Ein rundlicher alter Herr begrüßte mich. Er war aufgeregt. Nicht dem Flügel galt seine Sorge, sondern seinen Händen. „Jun-gerrr Maannn!“ knarzte er mit seinem leichten aber unverkennbaren russischen Akzent. „Isch werrrde nischt spielen kennen. Meijne Hääände sind so kalt! Meijne Fin-gerrr sind so steif!“
Da stand also dieser fantastische Virtuose, der bereits sechs Jahrzehnte auf den großen Bühnen dieser Welt bestritten hatte, und verging vor Lampenfieber. Er war dem Podium vor diesem Abend längere Zeit fern geblieben und wollte nun seine Europa-Tournee eröffnen. Um ihn herum herrschte hektisches Treiben, und der Auftritt rückte immer näher. Und er wollte nichts vom Flügel hören.
Ich war mir nicht sicher, was ich tun könnte. Statt also mit ihm über den Flügel zu sprechen, verwickelte ich ihn in ein Gespräch über seine Jugend und seine Heimat, setze mich mit ihm an einen Tisch und begann, seine Hände warm zu reiben und seine Finger zu massieren.
Nach einiger Zeit standen seine Managerin und der Veranstalter in der Tür – und schauten etwas irritiert. Da stand er  zackig auf und sagte voller Elan: „Isch bün soweit! Wir kennen beginnen!“
Natürlich gab er ein fantastisches Konzert und genoss seinen Platz auf dem Podium. Leider war es sein letztes Konzert auf dieser Bühne, er verstarb nur wenige Monate später…

Die etwas andere Stimmung

mit einem Kommentar

Vor einigen Jahren hatte ich in einer Oper (NRW) mal einen besonders schönen Auftrag. Ich sollte, für einen französischen Komponisten zwei Steinway-Konzertflügel synchron stimmen (beide Instrumente klingen dann exakt gleich).  Wie immer unter Zeitdruck, und natürlich mit der entsprechenden Aufregung, da der öffentlich rechtliche Rundfunk die Veranstaltung mitschneiden wollte.

Das Besondere daran? Nun, die Instrumente standen nicht wie gewohnt auf ihren Füssen,  sondern hochkant auf der langen Seite (sahen aus wie große Harfen) und ohne Mechanik  (Tasten, Spielwerk),  also musste ich die Saiten anzupfen! Grandios – und das bei zwei Flügeln.

Der Komponist verlangte keine gewöhnliche, temperierte Stimmung, nein! Er wollte die Stimmung in Anlehnung an den natürlichen Verlauf der Ober-/Teiltöne haben! Ok, nachdem wir eine Gefahrenzulage für mich ausgehandelt hatten (2 Karten für die Oper ), bot er sich direkt als „Hilfe“ an.  So kam es, dass alle anderen die Halle verlassen mussten, und nur wir beide noch im Saal waren.  Nun war da dieser Komponist, der in den ersten Reihen saß,  stand,  sprang, tanzte, jubelte,  starb,  geboren wurde und mit den einfachen Worten: „hoch, hoch, runter, runter, perfekt“ meine Arbeit zu seiner Perfektion aufsteigen ließ .

Nach Stunden konzentrierter schweißtreibender Arbeit und zwei Flaschen Wasser war das Werk vollendet. Leider konnte man später in der Aufnahme die Flügel (die Saiten wurden mit speziellen Fäden durch Reibung in Schwingung versetzt) nicht hören, da diese viel zu leise waren.  Bisschen Schwund ist halt immer…   ;-)

Geschrieben von Shamani

19. Februar 2009 um 10:10

Herzlich Willkommen, Pianisten und Tastenquäler!

Hinterlasse einen Kommentar »

 

Am Piano

Am Piano

Gestatten Sie, dass ich mich Ihnen vorstelle: Mein Name ist Alexander Schink, und ich bin Klavier- und Cembalobauer, Konzerttechniker und Aufnahmebetreuer. Das bedeutet, dass ich sowohl Ihrem verstimmten Klavier seinen Wohlklang zurück geben kann, wie auch, dass ich Ihnen bei Ihrem Piano Solo auf der Bühne zur Seite stehe oder Ihre Instrumente bei der Aufnahme im Studio betreue.

Voraussetzung für eine  nachhaltige Stimmung ist allerdings ein gepflegtes Instrument, das nicht nur regelmäßig geprüft und gestimmt wird, sondern auch unter den besten klimatischen Bedingungen aufgestellt wurde.  Ich berate Sie auch gern in diesen Fragen, wärme vor Konzerten Ihren Pianisten die Hände, den Kaffee bei Aufnahmebetreuungen brühe ich allerdings nicht auf, da gabs bisher wenig Gegenliebe. Mehr über mich und meine Pianisten gibt es hier.

Bitte erwarten Sie nicht von mir, dass ich Ihnen erzähle, dass es kein Problem ist, das für 300 Euro auf ebay erstandene Klavier wieder auf Vordermann zu bringen. Freuen Sie sich einfach über Ihr dekoratives, aber unnützes Möbelstück…

Geschrieben von Shamani

13. Februar 2009 um 17:53

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.